Zehntelentscheidung auf Ransbysäter

 

Die überaus anspruchsvolle Wertungsprüfung Ransbysäter in den schwedischen Wäldern und gefahren bei Nacht, das Ganze zwei Mal: Das sind die Zutaten für die kurze GLP-Rallye, die von Internetracer in der Sommer-pause ins Leben gerufen wurde.

Gefahren wird im Modus 2, d.h. jeder Teilnehmer setzt im ersten Durchgang die Zeit, die er im zweiten Durchgang möglichst exakt fahren muss. Dabei kommt es weniger auf fahrerische Meisterleistungen an, sondern auf perfektes Timing vor dem Ziel.

   Eine Fabelzeit des amtierenden Vizemeisters Joker Junior lässt aufhorchen, schließlich hätte diese auch im Feld der Bestzeitler zu einer vorderen Platzierung gereicht. Entsprechend hoch ist der Druck, diese Zeit im zweiten Durchgang zu wiederholen, doch er meistert diese Aufgabe und setzt mit einer Abweichung von nur 0,484 Sekunden eine erste Referenzmarke.

   Nur bedingt langsamer lässt es Litermonti angehen. Im Mitsubishi fliegt auch er über die schwierige Wertungsprüfung, doch ist er im zweiten Durchgang etwas zu schnell. "Ich bin vor dem Ziel einen Augenblick zu früh wieder auf's Gas gestiegen, das war mein Fehler", gibt der Youngster zu, der sich mit exakt 1,1 Sekunden Abweichung hinter Joker Junior einreihen muss.

   Als dritter Fahrer begibt sich jak2755 auf die anspruchsvolle Strecke. Die von ihm gesetzte Zeit ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern, doch leistet er sich im zweiten Durchgang einen Fahrfehler, der ihn um einige Sekunden und einen Teil der Konzentration bringt, sodass letztlich 9,033 Sekunden mehr auf der Uhr stehen als zuvor.

   Bisher unbekanntes Terrain betritt wie ein Großteil der Teilnehmer auch Bleifussler. Die Herausforderung scheint ihm zu liegen, denn trotz zügiger Herangehensweise beweißt er Talent an der Stoppuhr und schiebt sich mit nur 0,45 Sekunden Abweichung auf den temporären Platz eins.

   Reini Graf von Speed indes lässt es eine Spur gemütlicher angehen, schließlich möchte er ohne Druck in den zweiten Durchgang starten können. Leider verhageln ihm drei Dreher ein besseres Ergebnis als Gesamtrang 6 mit 22,683 Sekunden Abweichung.

   Als letzter Fahrer startet KitCar-Spezialist Stepan Stepanowitch auf die Gleichmäßig-keitsprüfung. Den trotz aller fahrerischen Zurückhaltung herrlich brüllenden Peugeot 306 steuert er im dritten Gang über Schnee und Eis, darauf bedacht, möglichst viel Spielraum zu haben. Die Taktik zahlt sich am Ende aus: Nur exakt eine Zehntel weicht die Zeit des zweiten Durchgangs von der des ersten ab! Somit erobert er im ersten Anlauf gleich das oberste Treppchen und darf sich über den begehrten Pokal in der heimischen Vitrine freuen.

 

   Leider ist die Beteiligung mit insgesamt elf Teilnehmern schwach, was einerseits auf die ungewohnte Disziplin, wohl aber auch auf die Ferienzeit zurückzuführen ist. Fünf Teilnehmer werden letztlich nicht gewertet, da sie nur jeweils einen der beiden Läufe zu Testzwecken bestreiten.


(11) Joker Junior sichert sich Finalerfolg

 

In Abwesenheit der beiden Topfavoriten Simmoniti und [JfP] batatas_fritas rückt die zweite Garde, sofern man diesen Begriff angesichts der hohen Leistungsdichte an der Spitze überhaupt verwenden kann, in den Fokus. Joker Junior feiert einen am Ende überlegenen Gesamtsieg, den ersten in der nun abgelaufenen Saison, da sich die Konkurrenz selbst ein Bein stellt.

 

Der letzte Lauf der Meisterschaftssaison kann mit auf sechzehn Wertungsprüfungen verteilten, äußerst anspruchsvollen 120 Kilometern auf Bestzeit aufwarten. Als Anwärter auf den möglichen Gesamtsieg heiß gehandelt werden vor allem die pfeilschnellen Gruppe B-Allradler von Joker Junior und Eric der Heizer sowie Dannyboy im angemieteten Werks-Polo R WRC.

   Bereits die erste Schleife stellt eine Herausforderung für Mensch und Material dar, denn auf zwei Sprints in den französischen Seealpen folgen drei überaus schnelle Schotterprüfungen im Land der tausend Seen. So ist es kaum verwunderlich, dass sich die Reihen zügig lichten. Als besonders tückisch erweist sich die zweite Prüfung des Tages hinauf zum weltberühmten Col de Turini, die gleich drei Mal wegen Unfällen unterbrochen werden muss und den Zeitplan gehörig durcheinander bringt.

   Etwas überraschend ist die Auftaktbestzeit von roccon-m im mittlerweile sechzehn Jahre alten Impreza WRC, der das Tempo der Spitzengruppe im weiteren Verlauf allerdings nicht mehr ganz mitgehen kann und der sich nach den beiden Durchgängen auf der Panzerplatte mit sich ankündigendem Motorschaden zum Aufladen gezwungen sieht. Schon nicht mehr dabei ist zu diesem Zeitpunkt Dannyboy, an dessen Polo die Kupplung ihren Dienst schon nach zwei Prüfungen quittiert.

   Joker Junior und Eric der Heizer indes jagen im Tiefflug über die Prüfungen, meist mit minimalem Vorsprung Joker Juniors auf Eric der Heizer, doch das Duell findet ein jähes Ende, als der Peugeot nach dem langen Durchgang auf der „Platte“ nicht mehr anspringen will. Trotz des nun fehlenden Drucks lässt sich Lancia-Pilot Joker Junior nicht um die Konzentration bringen und fährt den Gesamtsieg trotz zweier Aha-Momente sicher nach Hause.

   Fast drei Minuten länger benötigt RossiFromNGK, der die Ehre der World Rally Cars verteidigt und im Polo R WRC wenigstens den zweiten Platz im Gesamt belegt, der zugleich den Sieg in der diesmal vergleichsweise schwachen 2010er-Klasse bedeutet. Dass Potenzial vorhanden ist, zeigen mehrere Bestzeiten deutlich, doch bringt sich der VW-Fahrer schon zu Beginn um ein besseres Ergebnis, als er in Finnland eine mittelschnelle Kurve zu optimistisch anbremst und unsanft Bekanntschaft mit nordischem Nadelgehölz machen muss.

   Mit dem Mitsubishi Lancer Evo 10 im R4-Trimm zeigt Litermonti eine respektable Leistung. Trotz knapp 1400 kg Leergewichts wuchtet der Saarländer den Nippon-Flitzer mehrmals unter die besten drei, sodass er sich über den letzten noch freien Platz auf dem Podium freuen darf, zumal er auch noch das marken- und bundeslandinterne Duell gegen Bleifussler gewinnt, der in Finnland mehrere kleine Fahrfehler – leider mit größeren Auswirkungen auf das Fahrverhalten – einbaut und zudem mit dem Setup des Evos hadert.

   Kaum langsamer als Litermonti und beständig wie ein Schweizer Uhrwerk spult I-K-R MavTheCrow Kilometer für Kilometer ab. Dass er in der Gruppe A keine Konkurrenz zu fürchten hat, stört den Lancia-Piloten herzlich wenig, und am Ende ist er sogar zwanzig Sekunden schneller als jak2755 (Ford Fiesta RS WRC), dem immerhin Klassenrang zwei samt zugehöriger Meisterschaftspunkte gelingt.

   Einen wahren Nervenkrimi bietet der Kampf um den Titel des besten Nichtallradlers, der sich zu einem Kampf der Antriebskonzepte entwickelt. Im vermeintlich überlegenen, da deutlich moderneren Peugeot 306 KitCar setzt sich Stepan Stepanowitch an die Spitze der Sonderwertung und hat sich nach den drei Finnlandsprints, auf denen er sich jeweils die drittbeste (!) Zeit notieren lässt, bereits ein komfortables Polster erarbeitet, doch Routinier trex steigert sich im Opel Kadett stetig, presst den Gruppe 4-Wagen bis zum Maximum aus und kann nach einem sensationellen Husarenritt sogar an Stepan Stepanowitch vorbeiziehen. Stepanowitch gewinnt immerhin die Klasse F2, da der ewige und einzige Konkurrenz toto-jr Opfer der Ausfallorgie am Col de Turini wird.

   Trotz knapp acht Minuten Rückstandes auf den Sieger kann sich RainerWahnsinn im Ford Fiesta RS WRC noch über den dritten Platz in der Klasse sowie den achten Gesamtrang freuen.

   Nostalgisch ist Reini Graf von Speed unterwegs, der das gut vierzig Jahre alte Blech des C-Kadetts ein wenig schont, was angesichts eines Ausrutschers mit bedrohlichem Kühlmittelverlust auf der berühmt-berüchtigten WP „Kontinjärvi“ nur bedingt gelingt. Immerhin: Platz zwei in der Klasse der Hecktriebler aus den Siebzigerjahren bedeutet trotzdem eine reiche Punkteausbeute, zumal er wie ein Großteil des restlichen Fahrer auch auf Fahrhilfen jeglicher Art verzichtet.

 

Trotz schöner Wertungsprüfungen und eines reibungslosen Ablaufes erfährt die Veranstaltung wenig Zuspruch; nur 21 Teams rollen über die Startrampe, was allerdings angesichts der bereits vorzeitig gefallenen Meisterschaftsentscheidung sowie der beginnenden Feriensaison zu erwarten gewesen ist.

Mit 52% fällt die Ausfallquote etwas höher aus als normal.

 

Immerhin sieben Teilnehmer starten beim Finale im Historic Cup. Hier setzt sich Joker Junior deutlich von den restlichen Young- und Oldtimerfahrern ab, doch bei der Punktevergabe liegen die ersten drei Teams aufgrund der Wertungskoeffizientenregelung nur einen Punkt auseinander.

 

Da sich Simmoniti bereits vorzeitig zum Meister beider Serien krönen konnte, stehen nur noch die Entscheidungen um die Vizetitel aus.

Hier gelingt Joker Junior der große Coup, denn mit der vollen Punkteausbeute im letzten Lauf gelingt ihm überraschend das Vize-Double. Während die Entscheidung im Historic Cup schon vor dem letzten Lauf so gut wie in trockenen Tüchern war, schiebt er sich in der Internetracer-Wertung vom vierten noch auf den zweiten Platz vor. Wie hart umkämpft das Championnat bis zum Schluss war, zeigen die geringen Abstände zwischen den einzelnen Fahrern: Hat sich Joker Junior noch 250 Zähler notieren lassen, folgt Stepan Stepanowitch mit 244 Punkte, nur einen Punkt dahinter RainerWahnsinn und mit einem kleinen Abstand das Dreierpack aus trex (238 Punkte), Litermonti (237 Punkte) und RossiFromNGK (236 Punkte).

 


(10) Batatas_fritas' zweiter Streich – Simmonitis ebenfalls

 

Dass der Gesamtsieg beim zehnten Saisonlauf keine Eintagsfliege war, stellt [JfP] batatas_fritas auch beim zweiten Einsatz mit dem neu aufgebauten Fiesta WRC eindrucksvoll unter Beweis. Trotz starker Konkurrenz gelingt es ihm erneut, bei der abschließenden Siegerehrung den größten Pokal mit nach Hause zu nehmen.

Auch Simmoniti hat allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen, denn dem Slowenen genügt ein dritter Platz zum erneuten Titelgewinn, mit dem ihm damit erstmals die Verteidigung der begehrten Internetracer-Trophäe gelingt.

 

Der voletzte Lauf wird erneut vom Dreikampf zwischen Ford-Speerspitze [JfP] batatas_fritas und den beiden Peugeot-Werksfahrern Eric der Heizer und Simmoniti geprägt. Mit Startnummer eins auf den Türen wird [JfP] batatas_fritas zwar in die Rolle des Gejagden gedrängt, doch kann er dieser Tatsache gelassen entgegentreten, hat er durch den (zu) späten Einstieg ins Ligageschehen keinerlei Meisterschaftsambitionen.

   Die sechszehn Wertungsprüfungen präsentieren sich indes als sehr ausgewogener Mix aus flüssigen und winkligen Prüfungen auf allen Untergründen, die weder World Rally Cars noch den Gruppe B-Allradlern einen entscheidenden Vorteil bieten. Mit perfekt vorbereitetem Fahrzeug kann batatas_fritas aus dem Vollen schöpfen, beeindruckt mit einer sehr sauberen Fahrweise und fliegt mit einem Schnitt von 112 Kilometern in der Stunde über den Zielstrich. Dennoch muss er beim Blick auf das Zeitentableau noch eine gute Minute zittern, ehe er dann über den Gesamtsieg jubeln darf, denn Eric der Heizer ist zwar ebenfalls extrem schnell unterwegs, am Ende allerdings nicht shcnell genug: 24 Sekunden fehlen ihm schlussendlich auf den Fiesta-Piloten.

   Zwar gelingt es Simmoniti wieder nicht, seinen Teamkollegen endlich einmal hinter sich zu lassen, doch auch der dritte Gesamtrang, der zugleich Platz zwei in der Allradklasse der Gruppe B bedeutet, um den vorzeitigen Meisterschaftsgewinn in trockene Tücher zu wickeln; vierzig Punkte Vorsprung sind bei nur noch einem einzigen Lauf nicht mehr aufzuholen.

   Ein gutes Stück weiter zurück liegt Dannyboy im Volkswagen Polo, der zwar gegen batatas_fritas nicht den Hauch einer Chance hat, mit Platz vier im Gesamt in der mit elf Fahrzeugen wieder einmal am stärksten besetzten Klasse aber immerhin den zweiten Platz und damit jede Menge Punkte mit nach Hause nimmt.

   Etwas schwächer als zuletzt ist die Klasse der 2L-WRCs besetzt, denn die Grenze von drei Teilnehmern für die volle Punktzahl wird mit Ach und Krach erreicht. Am schnellsten scheucht trex seinen 2007er Focus über die Pisten, doch zufrieden ist er trotzdem nicht, trüben einige Setupprobleme und Fahrfehler die Freude. Ein kleiner Trost: Mit fast drei Minuten Rückstand auf Dannyboy wäre Platz vier kaum erreichbar gewesen. Immerhin ist das Polster auf RainerWahnsinn (ebenfalls im Focus WRC; Platz zwölf) mit acht Minuten mehr als komfortabel.

   Schnellster Fahrer ohne zwei angetriebene Achsen wird erneut Joker Junior, der mit dem Fahrverhalten des Lancia 037 noch immer seine Probleme hat, aber trotzallem auf einen starken sechsten Gesamtrang fährt. Dahinter folgt ein Viererpulk moderner WRCs; RossiFromNGK setzt sich in einem weiteren Polo WRC gegen die Mitstreiter durch und fährt somit auf das Klassentreppchen, während die zahlreichen Aus- und Unfälle zu Saisonbeginn bei simons51 (Ford Fiesta) mit Platz acht längst vergessen sind. Die Top 10 werden komplettiert durch jak2755, der auch dieses Mal eine sehr solide Vorstellung im Fiesta WRC abliefert, sowie Seven, der mit dem nicht ganz so wendigen Mini JCW WRC vor allem in winkligen Streckenabschnitten einige Sekunden verliert.

   Als „letzter Überlebender“ und somit Klassensieger in der Gruppe A erreicht Bleifussler im bekannten und beliebten Lancia Delta HF Integrale das Ziel auf Rang elf; seine beiden Konkurrenten roccon-m und Neueinsteiger mCmuFFeL müssen vorzeitig aufladen.

   Leider tritt bei den in der Gunst der Zuschauer an hoher Stelle rangierenden KitCars einzig und allein Seat-Fahrer tott-jr an, der zwar zwei Zeitstrafen kassiert, dessen spektakulärer Ibiza aber eine wahre Augenweide ist.

   Zwanzig Sekunden dahinter landet Subaru-Privatier compitech, der aufgrund zweier noch glimpflich verlaufender Abflüge den sicher geglaubten dreizehnten Platz noch auf der letzten Wertungsprüfung an toto-jr abtreten muss.

   Von Pech verfolgt wird auch Stepan Stepanowitch, der einen Sprung im ersten Drittel der vorletzten Prüfung zu optimistisch angeht, das nervöse Heck des Renault R5 Turbo anschließend nicht mehr einfangen kann und daher neben der Strecke landet. Zudem fängt er sich dabei einen Reifenschaden ein, sodass er sich auf knapp sieben Kilometern rund drei Minuten Rückstand einhandelt.

   Tapfer schlägt sich Reini Graf von Speed, der sich das Comeback der Alpine A110 als Anlass nimmt, um das historische Original wieder in freier Wildbahn zu bewegen. Auch wenn er gegen die stärkere Konkurrenz kaum Land sieht, so bleibt ein Großteil der Zuschauer diesmal auch bis zum letzten Teilnehmer.

 

In der Meisterschaft ist der Kampf um die Krone entschieden; Simmoniti sichert sich vorzeitig das Double. Vor dem finalen Lauf bleibt somit noch die Frage des Vizemeisters zu klären; hier hat Stepan Stepanowitch die besten Chancen, allerdings auch nur einen geringen Vorsprung von einem, vier bzw. sechs Punkten auf RainerWahnsinn, Joker Junior und trex.

 

Der Historic Cup hat regen Zulauf, denn zwölf Teilnehmer bedeuten eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorlauf. Die beiden Gruppe B-Piloten Eric der Heizer und Simmoniti dominieren wie erwartet das Geschehen, doch auch Joker Junior sichert sich die maximal zwölf möglichen Punkte.

   Auch hier liegt Simmoniti in der Gesamtwertung vorne, doch die Entscheidung wird aufs Finale vertagt; neun Punkte Vorsprung könnte Joker Junior noch aufholen, eine entsprechend hohe Beiteilungung und die Nichtzielankunft Simmonitis vorausgesetzt.

 


(9) Veni, vidi, vici

 

Still und heimlich taucht ein bekannter, aber lange vermisster Name auf der Nennungsliste des neunten Saisonlaufes auf. Knapp ein Jahr nach seinem letzten Start feiert [JfP] batatas_fritas sein Comeback im Rahmen der Internetracer-Meisterschaft. Und was für eines! Statt sich einfach nur in das große Ligaorchester einzureihen, gibt er von Anfang an den Ton an und setzt mit dem Start-Ziel-Gesamtsieg einen Schlussakkord mit Nachhall unter sein meisterhaftes Stück.

 

Obwohl sein Start nicht mehr als der allererste Testeinsatz des neu aufgebauten Ford Fiesta WRCs unter Wettbewerbsbedingungen ist, kann [JfP] batatas_fritas das Tempo der Spitze mitgehen, sogar die Bestzeiten auf den ersten drei Wertungsprüfungen inklusive des Auftaktklassikers „Norraskoga“ setzen – keine Selbstverständlichkeit bei einem Fahrzeug, das über den Winter bis auf die letzte Schraube zerlegt und optimiert worden ist.

   Die Konkurrenz – hier seien an erster Stelle die beiden Fahrer der Peugeot-Equipe erwähnt – schläft allerdings keineswegs. Während sich Finnland-Spezialist Starving schon frühzeitig ausgerechnet auf der finnischen Hochgeschwindigkeitsachterbahn „Paskuri“ durch einen glücklicherweise glimpflich verlaufenden Unfall aus dem Rennen nimmt, setzen Eric der Heizer und Simmoniti den Führenden gehörig unter Druck. Vor allem in Griechenland und auf den schnellen Asphaltpisten Deutschlands können die beiden Gruppe B-Peugeots ihr deutliches Leistungsplus gegenüber dem Fiesta WRC gewinnbringend ausnutzen. Somit ist es kaum verwunderlich, dass Eric der Heizer und Simmoniti dem Wiedereinsteiger [JfP] batatas_fritas insgesamt sechs bzw. vier Bestzeiten abjagen. Auf der nur 4,5 Kilometer kurzen Sprintprüfung „Koryfi Dafni“ gelingt Simmoniti das Kunststück, batatas_fritas satte 23 Sekunden einzuschenken und damit die temporäre Führung an sich zu reißen. Die Freude währt allerdings nur kurz, lässt [JfP] batatas_fritas doch schon eine Prüfung später sein Talent aufblitzen, setzt sich wieder an die Spitze des Feldes und siegt letztlich mit 25 Sekunden Vorsprung auf Eric der Heizer, der sich mit einem starken Schlussspurt noch an Teamkollege Simmoniti vorbei schiebt.

   Bei seinem ersten Auftritt im WRC-Impreza, Baujahr 2001 wohlgemerkt, baut roccon-m auf seinen bisherigen mehr als respektablen Leistungen auf, ist auf mehreren Prüfungen trotz des ungewohnten fahrbaren Untersatzes mehrmals unter den ersten Fünf zu finden und erreicht das Zeil am Ende auf Gesamtplatz vier, sogar als Klassensieger der durchaus hochkarätig besetzten 2L-Klasse. Ihm knapp geschlagen geben muss sich trex, der im dritten Peugeot 205 T16 sichtlich Eingewöhnungsschwierigkeiten hat. Ein glimpflich verlaufender Ausrutscher in WP und der sehr glückliche Ausgang eines Fahrfehlers kurz vor dem Ziel der allerletzten Prüfung verhindern ein besseres Ergebnis als Platz fünf, denn mehrere zweit- und drittschnellste Zeiten lassen durchaus Potenzial erkennen.

   Einen Platz hinter trex erreicht RossiFromNGK das Ziel im einzigen Polo WRC, der von technischen Defekten und Kaltverformung verschont bleibt. Etwas überraschend reicht es sogar zu Klassenrang zwei in der wie immer zahlenmäßig stärksten Klasse der World Rally Cars mit 1,6 Liter-Turbomotor.

   Selbiges Kunststück gelingt auch RaceRaptor, dem der Impreza im WRC-Trimm gut zu liegen scheint und der damit den Doppelsieg für die Japaner perfekt macht.

   Bei gerade einmal einem Fünftel der 118 Kilometer, das es auf festem Untergrund zu bestreiten gilt, hat die Zweiradfraktion nicht den Hauch einer Chance gegen die konzeptionell überlegene Allradkonkurrenz. Umso höher ist Stepan Stepanowitch im originalen und über stattliche 280 Pferdestärken verfügenden Werks-306 der achte Gesamtrang anzurechnen, zumal er rund die Hälfte der acht Kilometer langen Nachtprüfung „Kotajärvi“ nach einem Ausritt ohne Scheinwerferlicht zurücklegen muss. Trotzdem reicht es deutlich zum Klassensieg vor Dauerrivale Reini Graf von Speed im Seat Ibiza, den zwei Prüfungen vor Stepanowitch das gleiche Schicksal ereilt und den letztlich acht Plätze und fast sechs Minuten vom Klassensieg trennen. Toto-jr, ebenfalls im Seat Ibiza unterwegs, fällt bereits auf der sechsten Prüfung aus.

   Den neunten Platz belegt dieses Mal jak2755, der mit dem Fiesta einen guten Rhythmus findet und mit Klassenrang drei überaus zufrieden sein kann.

   Spannend verläuft der Kampf um den letzten Platz innerhalb der Top 10. Diesmal sind es ralle711 und Seven diejenigen, die sich um jede Zehntelsekunde balgen. Zweiundzwanzig Hundertstel sind es schließlich, die ralles Lancia Delta S4 früher über die Ziellinie rollt als der von Seven bewegte Mini Countryman; ein knappes Ergebnis scheint es wohl fortan bei jedem Lauf zu geben.

   Mit nur zwölf Sekunden Rückstand auf Seven sieht simons51 in einem weiteren Ford Fiesta das Ziel; danach wachsen die Abstände zwischen den Platzierungen deutlich an.

   Allein auf weiter Flur ist Bleifussler aus der Sporthauptstadt des Saarlandes mit dem für Rallyes fast schon zu kostbar gewordenen Lancia Delta HF Integrale, der die historische Gruppe A ohne Gegenwehr gewinnt.

   Platz vierzehn reklamiert compitech für sich, denn im Impreza WRC kann er sich deutlich gegen Klassenkonkurrent RainerWahnsinn im baujahresgleichen Focus WRC.

   Die rote Laterne trägt Ade, doch dies nicht ohne einen Funken Stolz. Den schwachbrüstigen Mini Cooper S – schon 50 Jahre hat der Kleinwagen auf dem Buckel! - presst er aus wie eine Zitrone, kann auf Prüfungen mit entsprechend zusagendem Streckenprofil auch einige deutlich leistungsstärkere Fahrzeuge hinter sich lassen, doch berauf kann er maximal Schadensbegrenzung betreiben. Einen Pokal in der 1960er-Klasse nimmt er trotzdem mit nach Hause, zudem wird er vom Veranstalter mit der Internetracer Flat Out Trophy ausgezeichnet.

   Bei insgesamt 17 Ankommern hält sich die Ausfallquote in Grenzen; zehn Mal schlagen der Defektteufel oder auf die Strecke springende Stämme zu.

 

Simmoniti behält die Führung in der Gesamtwertung bei und kann sie sogar noch ausbauen, da der bisherige Zweite Litermonti schon vor Halbzeit auflädt. Stepan Stepanowitch beerbt den Mitsubishi-Fahrer und liegt nun mit 194 Punkten 37 Zähler hinter Simmoniti.

   Im Historic Cup sind die Starterzahlen weiterhin schwach rückläufig; acht Teams bekunden dieses Mal ihr Interesse an dem Championnat. Eric der Heizer schnappt Simmoniti auch hier einige Punkte vor der Nase weg, doch dies nützt ihm herrlich wenig, liegt er in der Gesamtwertung doch aussichtslos zurück. Mit 78 Zählern bleibt Simmoniti auch hier an der Spitze, denn Joker Junior – ärgster Verfolger des Slowenen – verzichtet trotz seiner 67 Punkte auf den Start.

 


(8) Peugeot zum Achten

 

Während in weiten Teilen Mitteleuropas frühsommerliche Temperaturen Einzug halten und die Eisdielen sich über Verkaufszahlen kaum beschweren dürften, haben es die Teilnehmer des achten Saisonlaufs im hohen Norden ebenfalls mit Eis zu tun, allerdings in ganz anderer Form. Rund die Hälfte der zu bestreitenden Wertungsprüfungen präsentieren sich in teils noch immer winterlicher Pracht, unterschiedliche Gripverhältnisse auf den ohnehin schon selektiven Strecken verlangen den Fahrern höchste Konzentration ab. Mit einer fehlerfreien, aber auch extrem schnellen Fahrt schafft es Eric der Heizer, seinen bereits zweiten Saisonsieg einzufahren. Auch bei der Equipe seines Arbeitgebers Peugeot Sport dürften die Sektorken knallen, denn mit acht von acht möglichen Siegen ist die bisherige Bilanz makellos.

 

Dabei begünstigen die insgesamt anspruchsvollen Wertungsprüfungen eher die kraftvollen, aber trotzdem agilen World Rally Cars. Und in der Tat ist es mit Dannyboy ein WRC-Pilot, der die ersten beiden Bestzeiten im Volkswagen Polo R WRC markiert. Auf der nur 4,9 Kilometer langen Sprintprüfung „Björklangen“ distanziert Skandinavien-Spezialist Starving im Ford Fiesta die Konkurrenz dann um neun bzw. zehn Sekunden und zieht mit einem hauchdünnen Vorsprung von einer Sekunde an Dannyboy vorbei. Mit zwei Bestzeiten in Folge gelingt es schließlich Eric der Heizer, sich an der Spitze des Feldes zu platzieren, doch größere Fehler kann auch er sich nicht erlauben, sitzt ihm die Konkurrenz doch noch immer dicht im Nacken.

   Mit einer ganzen Reihe schneller Zeiten ist es schließlich erneut Starving, der Eric der Heizer mit der Bestzeit auf WP13 vom temporär obersten Podestplatz verdrängt, doch die Freude währt nur kurz. Mit den schnellen und flüssigen Prüfungen Schwedens haben die rauen Schotterpisten Griechenlands mit den tückischen Steinen links und rechts des Weges nur wenig gemein, Starving rutscht ab auf Rang zwei. So gewinnt Eric der Heizer im bärenstarken Gruppe B-Peugeot mit zwanzig Sekunden Vorsprung auf Starving, der aber die mit fünfzehn Fahrzeugen stark besetzte 2010er Klasse gewinnen kann und somit voll punktet, während Seriensieger Simmoniti auf Peugeot 205 T16 seinen Rhythmus dieses Mal nicht findet und sich mit nur einer Bestzeit, aber immerhin Klassenrang zwei zufrieden geben muss.

   Der anfangs noch Führende Dannyboy verpasst das Podium um letztlich elf Sekunden und landet auf dem undankbaren vierten Platz; vor allem auf Eis und Schnee fehlen dem Volkswagen-Piloten noch einige Sekunden auf die Spitze. Immerhin behauptet er sich im teaminternen Duell gegen RossiFromNGK, auf den er am Ende mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung hat.

   Noch mehr Spannung als der Kampf um den Sieg bietet das ungleiche Duell um Rang sechs. Während simons51 auf den bekannten Fiesta WRC setzt, hat sich Joker Junior erneut einen Lancia 037 angemietet. Trotz des Nachteils in Sachen Vortrieb kann sich Joker Junior – wenn auch nach einem Beinaheüberschlag in Monaco glücklich – vor der letzten Prüfung mit einem Fünfzehn-Sekunden-Polster behaupten. Allerdings legt simons51 auf eben dieser Finalprüfung eine ganze Schippe zu, fährt die sechsschnellste Zeit – und verweist Joker Junior mit nur 0,13 Sekunden auf den siebten Platz! Immerhin: Nach Punkten siegt Joker Junior, der Klassensieg als Einzelkämpfer in der B RWD bringt drei Punkte mehr ein als simons51's vierter Platz.

   Auch dahinter sind die Abstände überschaubar. Elio in einem weiteren Ford kommt dank guter Zeiten im Finale bis auf vierzehn Sekunden an Joker Junior heran, weitere acht Sekunden dahinter folgt Mitsubishi-Routinier Litermonti, der den Lancer in zügiger Fahrt zu einem ungefährdeten Klassensieg in der R4 vor compitech, ebenfalls Mitsubishi, steuert.

   Trex ist mit dem C-Kadett in 16V-Ausführung durch starke Zeiten auf Eis und Schnee (im unterlegenen Opel steht ausgerechnet auf der Hammerprüfung „Lysvik“ sogar eine fünfte WP-Zeit zu Buche) lange Zeit auf Top 10-Kurs, wird aber im Finale noch von jak2755 (Ford Fiesta) sowie Citroën-Pilot Bleifussler als Sieger der 2L-WRCs abgefangen.

   Zehn Sekunden hinter trex passiert Lexrax in einem weiteren der sechs Fiesta den Zielstrich.

   Angesichts einer schwierigen Startphase – Dreher und ein Ausritt auf den ersten vier Wertungsprüfungen werfen ihn im Gesamtklassement weit zurück – ist der zweite Platz in der gut besetzten 2000er-Klasse mehr als Schadensbegrenzung für Stepan Stepanowitch, der damit den Citroën-Doppelsieg perfekt macht.

   Wiedereinsteiger Adrenochrom88 pilotiert den Hyundai i20 WRC auf Platz 15 im Gesamt, eine Dreiviertelminute vor Teamkollege Reini Graf von Speed. Dazwischen schiebt sich RainerWahnsinn im wohlich grollenden Focus WRC'07, der aber mit den schwedischen Nachtprüfungen wie Reini Graf von Speed seine Probleme hat.

   Von den 31 gestarteten Teams – die Teilnehmerzahlen scheinen sich hier einzupendeln – erreichen immerhin noch achtzehn das Ziel.

   In der Gesamtführung liegt Simmoniti (203 Punkte) noch immer in Führung vor Litermonti, der bereits 23 Punkte Rückstand auf Simmoniti hat. RainerWahnsinn behauptet sich auf Platz drei mit 168 Punkten, gefolgt von Joker Junior mit 165 Punkten. Sofern Simmoniti bei den kommenden Läufen an den Start geht, dürfte ihm der erneute Titelgewinn schwer zu nehmen sein.

 

Der Historic Cup erlebt ein insgesamt schwaches Nennergebnis. Nur neun Teams treten in einem Fahrzeug der Periode vor 1999 an. Den Sieg machen wie erwartet die Gruppe B-Allradler unter sich aus; auch hier siegt Eric der Heizer vor Simmoniti, der allerdings punktgleich mit Joker Junior platziert ist. In der Gesamtwertung ändert sich auch nach dem achten Saisonlauf wenig, den Simmoniti führt die Wertung noch immer mit mittlerweile 68 Punkten an. Fünf Punkte weniger lässt sich Joker Junior notieren, mit 37 Punkten weit abgeschlagen liegen ralle711 und Walter Röhrl punktgleich auf Platz drei.

 


(7) Die Sache mit dem Phönix...

 

Es war die wohl am häufigsten gestellte Frage der Rallye: Wie würde Simmoniti mit seiner jüngsten Niederlage umgehen? Im „Tal der Tränen“ versinken oder aber erstarkt zurückkehren? All diejenigen, die auf den Beginn einer neuen Zeitrechnung gehofft hatten, müssen sich nun auf unbestimmte Zeit gedulden, denn Simmoniti steigt aus der Asche des sechsten Saisonlaufs empor direkt auf den obersten Podestplatz, souverän vor Dannyboy und Eric der Heizer.

 

Der alte Simmoniti, der, der den nötigen Biss hat, zu siegen, ist zurück. Ob der dritte Platz am letzten Rennwochenende die möglicherweise längst überfällige Motivationsspritze darstellte, kann wohl nur er selbst beantworten. Fakt ist jedoch: Das Gespann Simmoniti / Peugeot 205 T16 dominiert dieses Mal das Renngeschehen wie eh und je, auch wenn ihm nicht weniger als 22 World Rally Cars unterschiedlicher Generationen – im Übrigen die höchste Zahl in der Internetracer-Ligahistorie – entgegenstehen. Mit Dannyboy im werksunterstützten Polo R WRC setzt sich zu Beginn ein weiterer bekannt schneller Fahrer an die Spitze des Feldes; die schlammigen Schotterwege in Wales liegen dem Volkswagen-Piloten ausgesprochen gut, setzt er hier doch alle Bestzeiten. Allerdings reichen die wenigen Sekunden Vorsprung nicht aus, um Simmoniti und dessen bärenstarken T16 Evo auf den schnellen Betonpisten auf Baumholder Paroli bieten zu können. Auf den mit etlichen 90°-Abzweigen und langen Geraden gespickten Wertungsprüfungen kann Simmoniti die gewaltige Leistung seines Peugeots perfekt ausnutzen – er nimmt den schnellsten WRC-Piloten stellenweise mehr als zwei Sekunden pro Kilometer ab – und hier seinen letztlich einminütigen Vorsprung herausfahren. So bleibt für Dannyboy nur der zweite Platz vor Voreventssieger Eric der Heizer, ebenfalls im Polo R WRC unterwegs, doch mit dem Klassensieg in der mit 19 Fahrzeugen extrem stark besetzten 1,6L-Klasse der World Rally Cars volle Punkte in der Meisterschaft einstreichen kann – im Gegensatz zu Simmoniti, da die B 4WD mit nur zwei Fahrzeugen schwächelt.

    Zwei Minuten nach dem Spitzentrio überquert Joker Junior den Zielstrich. Der markeninterne Umstieg vom Lancia Delta S4 auf den nicht minder spektakulären 037 fällt ihm anfangs nicht unbedingt leicht, insbesondere in engen Schotterkehren hadert er mit dem flinken Heck der Italienerin, doch das hält ihn nicht davon ab, die Zuschauer mit einer spektakulären Fahrweise zu begeistern. Ein sensationeller vierter Platz im Gesamt sowie der Klassensieg stehen am Ende zu Buche, ein breites Grinsen hält sich auch nach der Siegerehrung noch im Gesicht des Fahrers.

   Eine Minute hinter dem schnellsten Hecktriebler erreicht trex beim allerersten Einsatz im Hyundai i20 WRC das Ziel. Klassenrang drei im eigentlichen Trainingsfahrzeug hätte sich der Liebhaber historischer Fahrzeuge wohl vor dem Start nicht erhofft. Dass manchmal auch eine gewisse Portion Glück dazugehört, zeigt der Abstand auf die nächsten Verfolger in Form des Franzosen Elio und RossiFromNGK (beide Fiesta WRC), der im Ziel nach einer Zeitstrafe auf der WP15 „Hamra“ - die zu späte Ankunft an der Zeitkontrolle kostet gute 20 Sekunden – weniger als zwanzig Sekunden beträgt.

jak2755 schlägt sich mit dem 2015er Polo WRC wacker und landet auf Gesamtplatz acht als Sieger der inoffiziellen Seniorenwertung.

   Im infernalisch brüllenden Lancia Delta S4 gibt sich ralle711 keine Blöße und sichert sich sowohl Platz neun im Gesamt als auch den zweiten Platz bei den Gruppe B-Allradlern. Zwar beträgt der Rückstand auf jak2755 über eine Dreiviertelminute, doch kann er sich seinerseits auf einem mehr als beruhigenden Polster von über zwei Minuten auf RainerWahnsinn ausruhen. Der Abstand hätte auch deutlich geringer ausfallen können, doch leistet sich RainerWahnsinn einen Fahrfehler auf WP12, der ihn fast zwei Minuten kostet. Insgesamt kommt er mit dem herrlich grollenden Focus WRC des Baujahres 2007 überaus gut zurecht und darf sich verdientermaßen über den Klassensieg in der 2000er-Klasse freuen.

    Stepan Stepanowitch hat es mit seinem Renault R5 Turbo auf den sich durch hohen Anteil losen Belags auszeichnenden Strecken schwer, mit den Allradlern mitzuhalten. Als einziger Starter in der Klasse historischer Hecktriebler der 1980er-Jahre kann er zumindest 25 Punkte mit nach Hause nehmen; die ersten Zehn verpasst er mit 16 Sekunden trotz leistungs- und antriebstechnischer Nachteile nur knapp.

Eine mehr als ordentliche Vorstellung zeigt auch Reini Graf von Speed, der trotz technischer Probleme – nach einem Baumtreffer auf der Königsprüfung „Kakaristo“ verweigert der Turbolader den Dienst – den zweiten Platz in der 2L-Klasse der WRCs einfahren kann.

     Mit fünf Fahrzeugen ist die Gruppe A erneut zweitstärkste Kraft im Feld. Bleifussler kann sich hier deutlich von Delta-Spezialist K'town absetzen und den Cossie zum Klassensieg über die harten Pisten prügeln. Zwischen die beiden Youngtimer schiebt sich Wiedereinsteiger Adrenochrom88 im Hyundai i20 WRC, der nach langer Abstinenz erst wieder ins Renngeschehen finden muss.

    Auch wenn er sich mit der roten Laterne abfinden muss, reicht es für talentfrei trotzdem zum Klassensieg in der R4, da sich Konkurrenz Litermonti bereits auf WP6 mit einer mehrfachen Rolle über die Längsachse seines Mitsubishi aus dem Rennen verabschiedet.

    Auch sonst lichten sich die Reihen deutlich, stehen am Ende nur 16 der 33 gestarteten Teams im Parc fermé. Mit dazu bei tragen auch einige Wertungsausschlüsse, da mehrere Teams eine Zeitkontrolle auslassen.

 

In der Liga-Gesamtwertung kann sich Simmoniti wieder etwas absetzen; 20 Punkte beträgt sein Vorsprung nun auf den Zweitplatzierten Litermonti (155 Punkte). Bucki rangiert noch immer auf Rang drei (151 Punkte), während sich RainerWahnsinn an Joker Junior vorbeischiebt und neuer Vierter ist.

   Erfolgreich ist Simmoniti auch im Historic Cup, doch mir seiner grandiosen Fahrt auf Gesamtrang vier sichert sich Joker Junior hier den Sieg nach Punkten. Insgesamt kann er den Rückstand auf Simmoniti leicht verkürzen und liegt nur noch drei Punkte hinter dem Tabellenführer.

Punktgleich mit 36 Punkten folgen ralle711 und Walter Röhrl auf dem dritten Podiumsplatz.

 


(6) Das Ende einer Ära?

 

Man hatte es bereits als Selbstverständlichkeit akzeptiert: Ist Simmoniti am Start, steht der Sieger bereits fest.Lange Zeit hatte diese Annahme auch Gültigkeit, gilt Simmoniti doch mit zuletzt acht Siegen in Folge und nochmals so vielen mit Unterbrechungen als einer der erfolgreichsten Fahrer der Internetracer-Liga. Allerdings hatte sich bei den letzten Saisonläufen bereits abgezeichnet, dass die Konkurrenz stetig am wackelnden Thron des Ligakönigs sägen würde, bis dieser schließlich gestürzt wäre. Nun beerbt Eric der Heizer Simmoniti, sodass zum ersten Mal seit über einem halben Jahr ein anderer Fahrer auf dem obersten Podestplatz steht. Zeitenwende oder doch nur Zwischentief? Das muss sich im Verlauf der weiteren Saison zeigen, aber eines ist indes klar: Der Kampf um die Meisterkrone verspricht, höchst spannend zu werden.

 

Schon die erste Wertungsprüfung zeigt, dass Simmoniti nicht mehr der alleinige Platzhirsch ist. Allerdings ist es nicht Eric der Heizer, der Simmoniti (beide Peugeot 205 T16 Evo) gleich zu Beginn 14 Sekunden einschenkt, sondern Joker Junior, der seine Fahrkünste in einem der seltenen Lancia Delta S4 zur Schau stellt. Die Führung behält er bis zur sechsten Prüfung, dem Klassiker „Oberstein“, inne, ehe sich Eric der Heizer mit einer Fabelzeit an Joker Junior vorbeischiebt. Trotz der meisten Bestzeiten gelingt es dem Lancia-Piloten nicht mehr, Eric der Heizer noch abzufangen, sodass dieser sowohl Gesamt- als auch Klassensieg in der Allrad-Gruppe B einfahren kann – mit nur einer WP-Zeit außerhalb der Top 3 und einem Gesamtschnitt von 114 km/h. Besonders ärgerlich für Joker Junior: Sein Rückstand, der im Ziel rund 15 Sekunden beträgt, entspricht genau jener Zeitstrafe, die im nach WP3 für das Verlassen der vorgegebenen Streckenführung auferlegt wurde.

   Simmoniti verliert vor allem im letzten Drittel der Rallye etliche Sekunden auf das Spitzenduo uns muss sich schlussendlich mit Rang drei begnügen.

   Auf den schnellen bis sehr schnellen Wertungsprüfungen sehen die WRC-Piloten gegenüber den vor Pferdestärken regelrecht strotzenden Gruppe B-“Monstern“ kein Land. Best of the rest wird dieses Mal sebbtab, der auf Schnee und Eis brilliert und dort auch vier von fünf möglichen Bestzeiten für sich reklamiert. Nur zwanzig Sekunden hinter dem Polo WRC kommt Starving im Ford Fiesta WRC ins Ziel, dessen beide überlegene Bestzeiten auf den finnischen Hochgeschwindigkeitsachterbahnen „Oksala“ und „Pitkäjärvi“ seinen Konkurrenten Respekt abringen. Bucki in einem weiteren Volkswagen Polo WRC muss sich nach mehreren Platten und Fahrfehlern mit Platz sechs zufrieden geben, aber er hat seinerseits ein zweiminütiges Polster auf Muz, der wie Starving hinter dem Volant eines Ford Fiesta sitzt.

   Die Streckencharakteristik spielt – wie auch den Gruppe B-Fahrern – den R4-Mitsubishi in die Karten. Evo-Spezialist Litermonti verschläft zwar die ersten drei Prüfungen, kann als ausgewiesener Asphaltglüher und Liebhaber flüssiger Strecken allerdings deutlich mehr Zeit herausfahren, als er auf den winkligen Schotterprüfungen in Wales und Griechenland verliert. Ebenfalls stark unterwegs ist trex, allerdings überspannt er den Bogen bei der Aufholjagd im Finale und rollt den Evo mehrfach übers Dach, wodurch er deutlich Zeit verliert und sich mit Klassenrang zwei zufrieden geben muss. Als Klassendritter vervollständigt RaceRaptor die Top 10, während sich Senior jak2755 beim Debüt im Mitsubishi wacker schlägt und sich über Platz 12 freuen darf. Compitech hätte die ohnehin erstklassig besetzte Klasse R4 weiter verstärken können, doch streikt die Elektronik noch vor der Besichtigung, sodass er ohne Punkte aufladen muss.

   Seine Pechsträhne endgültig besiegt zu haben scheint simons51, der seinen Ford Fiesta auf Platz 11 steuert und damit das Mitsubishi-Quartett sprengt.

   Die 2-Liter-Klasse der World Rally Cars sieht einen Ford als Klassensieger; RainerWahnsinn steuert den Focus RS erster Generation ohne nennenswerte Probleme und mit voller Punkteausbeute in den Parc fermé, auch, weil seine Mitstreiter twingo und twimpix (beide Subaru) vorzeitig die Segel streichen müssen.
   Mit lediglich zwei Fahrzeugen – beides Lancia – ist die Gruppe A diesmal schwach besetzt. Hier kann sich Bleifussler deutlich gegen K'town durchsetzen, immerhin die Ankommerquote stimmt.

   Walter Röhrl zeigt sich im C-Kadett bestens aufgelegt, bietet zudem eine eindrucksvolle Show und erreicht in der Endabrechnung einen respektablen fünfzehnten Platz – nur sieben Zehntel hinter dem schnellste Gruppe A!

   Erfreulich fällt das Nennergebnis bei den historischen Hecktrieblern der Periode 1980 bis 1989 aus. Zwei BWMs steht ein Renault Turbo-Trio gegenüber; mit dem deutlich stabileren Fahrverhalten und herzerwärmenden Drifts kann sich ralle711 letzten Endes gegen die Renault R5-Meute durchsetzen. Stepan Stepanowitch gewinnt das renaultinterne Duell und kann sich dabei angesichts eines Beinahe-Unfalls auf der Hammerprüfung „Pra d'Alart“ glücklich schätzen, das Ziel überhaupt erreicht zu haben. Mit ganz anderen „Feinden“ plagt sich Reini Graf von Speed herum, der grippegeschwächt nicht über Rang 20 hinaus kommt, immerhin mit nur zwanzig Sekunden Rückstand auf WRC-Fahrer talentfrei, dem erst die Straße und dann die Servicekapazität ausgeht.

 

Von den insgesamt 27 gestarteten Teams aus sechs Nationen erreichen noch zwanzig das Ziel; ein ordentliches Ergebnis im Vergleich zu vorherigen Läufen. Bemerkenswert ist, dass nur eines der Teams auf Fahrhilfen angewiesen ist.

 

In der Meisterschaft liegt Simmoniti (140 Punkte) trotz des dritten Klassenrangs Dank der maximalen Punkteausbeute der vorangegangenen Läufe weiterhin klar vorn, doch Litermonti folgt mit nur zehn Punkten Rückstand und könnte auf schwächere Ergebnisse des Meisterschaftsführenden bei den kommenden Läufen setzen. Ebenfalls noch in Schlagdistanz liegen sebbtab und Bucki (beide 126 Punkte), die allerdings beide trotz Streichern zwei Läufe ohne volle Punktzahl einbringen müssen.

   Im Historic Cup siegt diesmal Eric der Heizer vor Joker Junior und Simmoniti, doch Bleifussler und Walter Röhrl können trotz schlechterer Platzierung dank Koeffizienten-Regel gleichwertig punkten. In der Gesamtwertung liegt damit Simmoniti (48 Punkte) klar vor Joker Junior (42 Punkte), Walter Röhrl (35 Punkte) und trex (32,5 Punkte) haben noch theoretische Chancen auf den Titel.

 


(5) Von Konstanz und Fehlern

 

Mit Konstanz zum Sieg“: Besser als mit diesem Motto ließe sich der Verlauf seiner bisheriger Saison wohl kaum beschreiben, denn auch dieses Mal gelingt Simmoniti der erneute Sieg. Zwar ist der Slowene – rein an der Anzahl gefahrener Bestzeiten – nicht der schnellste Fahrer der Rallye, doch leistet er sich allenfalls kleine Schnitzer, wodurch er im Peugeot 205 T16 der zweiten Ausbaustufe in der Allrad-Gruppe B volle Punkte einstreichen kann und dadurch die Führung in der Meisterschaft verteidigen kann.

   Insgesamt sieben Mal führt Bucki das Zeitentableau der jeweiligen Wertungsprüfung an, öfter als jeder andere Fahrer im Feld. Und doch reicht es für den Schleswig-Holsteiner beim Comeback hinter dem Steuer des bekannt schnellen Polo WRC nicht zum Sieg, denn auf der vorletzten Prüfung platzen ihm nach einem für finnische Verhältnisse harmlosen Sprung gleich zwei Pneus, sodass er auf Mühe hat, den Boliden auf den restlichen Kilometern auf der Strecke zu halten und dadurch knapp eine halbe Minute auf Simmoniti verliert. Mit letztlich dreizehn Sekunden Rückstand landet er auf Rang zwei, kann aber den Klassensieg in der mit zwölf Fahrzeugen stark besetzten 1,6-Liter-Klasse der World Rally Cars ordentlich punkten.

   Das Thema Konstanz dürfte auch Joker Junior beschäftigen. Mit dem Lancia Delta S4 liegt auch er zur Halbzeit trotz der vorangegangenen Schweden-WPs gleichauf mit Simmoniti, sogar vier Sekunden in Führung, doch danach patzt der Gruppe B-Pilot mehrfach und fällt noch hinter Bucki auf Rang drei zurück. Dabei muss er den Blick auch immer öfter gen Rückspiegel werfen, bläst Eric der Heizer in einem weiteren Polo WRC zum Angriff auf das Podium, das er dann aber doch um fünf Sekunden verpasst.

   Hinter den ersten Vier klafft bereits eine Lücke von fast drei Minuten auf den Fünftplatzierten RossiFromNGK, der wie bei letzten beiden bestrittenen Rallyes im Ford Fiesta WRC – im Übrigen mit insgesamt acht Exemplaren das beliebteste Fahrzeug im Feld – antritt.

   Walter Röhrl kommt mit dem Lancia Delta S4, dessen infernalischer Klang für Gänsehaut links und rechts der Prüfungen sorgt, immer besser in Fahrt und kann simons51 – nach dem Pech der vergangenen Meisterschaftsläufe dieses Mal endlich wieder im Ziel – und Senior jak2755 (beide Ford Fiesta) auf die Plätze sieben beziehungsweise acht verweisen.

   Als einziger Ankommer hält Stepan Stepanowitch die KitKar-Fahnen hoch, Platz neun und der Klassensieg sind der Lohn der Setup-Tests und einer fahrerisch überzeugenden Leistung auf den anspruchsvollen Strecken, die Konkurrent toto-jr im seltenen Seat Ibiza zum Verhängnis werden.

   Blendet aufgelegt zeigt sich auch Internetracer-Urgestein trex, der sich wie Reini Graf von Speed (Platz 15) zu einem Start im gut vierzig Jahre alten und verhältnismäßig schwachbrüstigen Renault Alpine A110 entschließt und den nur etwas mehr als 700 Kilogramm wiegenden Flachmann trotz einiger kleiner Fahrfehler unter die besten Zehn steuert. Somit schnappt er ralle711 den Titel „Bester Fahrer mit Heckantrieb“ vor der Nase weg, doch weiß der M3-Pilot mit kernigem Sechszylinderklang und gekonntem Hüftschwung zu überzeugen. Acht Sekunden dahinter folgt Finnland-Liebhaber RainerWahnsinn, dem nun auch das gewünschte Setup-Paket zur Verfügung steht und der daher bei fünf Finnland-WPs voll auf seine Kosten kommt.

   Dreizehnter wird compitech im Lancer Evo 10, der aufgrund zahlreicher Dreher und einiger Ausritte lange Zeit deutlich hinter Litermonti (ebenfalls Mitsubishi) liegt und die Hoffnung auf den Klassensieg bereits aufgegeben hat. Doch wie heißt es so schön: „Unverhofft kommt oft“, denn nach starken Zeiten in den verschneiden schwedischen Wäldern leistet sich Litermonti auf WP14 einen Highspeed-Dreher, verliert im Staub die Orientierung und fährt in weiterer Folge einige hundert Meter entgegen der Fahrtrichtung, was die sportlichen Kommissare mit einem Wertungsausschluss ahnden. So fährt compitech überraschend volle Punkte in der Klasse R4 ein; Konstanz und Ankommen zahlt sich eben aus.
   K'town gewinnt die Gruppe A im Lancia Delta HF Integrale kampflos, nachdem wrcfan1 im Subaru Impreza GT nach WP8 aufgeben muss.

   Das Endergebnis wird komplettiert durch talentfrei, der mit kräftigem Untersteuern seines R4-Subarus zu kämpfen hat und allgemein mit dem Setup hadert, aber trotz alledem 28 Punkte einfährt.

 

Die sechzehn Wertungsprüfungen über 128,7 Kilometer mit einem Asphaltanteil von lediglich 17% fordern den Fahrern alles ab, was auch am Endergebnis deutlich wird: Nur 16 der 29 gestarteten Teams sehen das Ziel, bei allen anderen bleibt es aber zum Glück bei technischen Zipperlein oder Kaltverformungen kleineren Ausmaßes.

   Der Historic Cup kann wieder etwas mehr Starter verzeichnen; insgesamt zehn Teilnehmer nehmen die Rallye in Boliden aus der Periode Gruppe A oder älter unter die Räder. Simmoniti siegt auch hier vor Joker Junior, doch maximale Punkte streicht dieses Mal – dank Koeffizientenwertung zur Egalisierung der Leistungsunterschiede – trex in der Alpine von 1969 ein.

 

 

Nach nunmehr fünf gefahrenen Rallyes ist es allmählich an der Zeit, die beiden Streichresultate mit einzubeziehen. In der Gesamtwertung führt Simmoniti mit maximal möglichen 105 Punkten (insgesamt 175 Punkte) vor Bucki, der es auf 98 Punkte (127 Punkte) bringt. Litermonti logiert mit 95 Punkten (131 Punkte) weiterhin auf dem dritten Platz, muss sich diesen aber fortan mit compitech (106 Punkte) teilen. Allen Verfolgern ist gemein, dass sie auf drei schwächere Ergebnisse von Simmoniti hoffen müssen, denn selbst bei voller Ausbeute bei den kommenden Rallyes würden ihnen 7 respektive 10 Punkte auf den Slowenen fehlen.

   Im Historic Cup ist dagegen noch alles offen, denn sollte Simmoniti mit derzeit 36 Punkten (50 Punkte) auch weiterhin auf den Peugeot 205 T16 (niedrigster Koeffizient 1) oder gar auf ein modernes WRC (gar keine Wertung) vertrauen, könnte insbesondere in den Klassen 1960s und 1970s stark aufgeholt werden.

   Am aussichtsreichsten ist die Situation für die nächsten Verfolger trex mit 29 Punkten (32,5) und Joker Junior mit 28 Punkten (33 Punkte).

 


(4) Simmoniti siegt, Konkurrenz stark

 

Die Siegesserie von Simmoniti reißt nicht ab: Bereits zum vierten Mal steht der Peugeot-Pilot in dieser Saison ganz oben auf dem Treppchen – bei der erst vierten Rallye wohlgemerkt! Von fehlender Konkurrenz auszugehen, wäre jedoch ein gewaltiger Trugschluss; weniger als eine Minute trennen die ersten drei Verfolger vom Sieger.

 

Mit den anspruchsvollen und vor allem in der ersten Hälfte der Rallye extrem schnellen Wertungsprüfungen kommt Simmoniti erwartungsgemäß sehr gut zurecht. Insgesamt nur vier Bestzeiten reichen dem Slowenen diesmal, um den Gesamtsieg und den Sieg in der Gruppe B 4WD einzufahren.

   Eine kleine Überraschung birgt der Kampf um den zweiten Podestplatz. Eric der Heizer zeigt gegenüber dem dritten Lauf eine deutlich Steigerung und streicht mit dem Klassensieg in der hart umkämpften und auch stark besetzten 2010er-Klasse wichtige Punkte in der Meisterschaft ein. Eine erneut starke Rallye fährt Joker Junior, der sich wie Simmoniti vier Bestzeiten notieren lässt, doch hadert der Lancia-Pilot sichtlich mit den schwierigen Schwedenprüfungen, auf denen er jene Sekunden einbüßt, die ihm am Ende auf Platz zwei fehlen.

   Nur unwesentlich langsamer ist sebbtab im Polo R WRC, der dieses Mal Dannyboy – Klassensieger bei den 2-Liter-WRCs im Citroën C4 – hinter sich lassen kann.

   Mit deutlichem Respektabstand folgen vier weitere WRCs im Formationsflug; RossiFrom666 wird von einem Dreiergespann Polo WRC über die Pisten gejagt, behält im Ford Fiesta allerdings die Oberhand. Muz, RaceRaptor und jak2755 – im Übrigen Erster in der inoffiziellen Seniorenwertung – folgen auf den weiteren Plätzen.

   Den Sprung unter die besten Zehn schafft trex im kernigen Opel Kadett C, den er trotz Setup-Problemen schnell und – für die zahlreichen Zuschauer besonders erfreulich – quer zum Klassensieg bewegt. Dabei profitiert er auch vom Pech der Konkurrenz, liegt Litermonti im R4-Mitsubishi lange Zeit auf einem aussichtsreichen siebten Platz, ehe er auf der elften Prüfung Nerven zeigt, den Lancer mehrfach übers Dach rollt und anschließend mit waidwundem Fahrzeug auf Platz elf abstürzt. Trotzdem reicht es zum Klassensieg vor RainerWahnsinn (Subaru Impreza R4), der sich einen spannenden Zweikampf mit talentfrei liefert, bis dieser kurz vor Schluss aufgrund von Bremsproblemen am Subaru vorzeitig aufladen muss.

   Vier Sekunden hinter Litermonti kommt Bleifussler ins Ziel, der wie RossiFrom666 auf einen von M-Sport betreuten Fiesta WRC vertraut.

   Der Kampf um den Sieg in der diesmal voll besetzten F2 ist geprägt vom Duell von toto-jr und Stepan Stepanowitch. Beide Fahrer leisten sich kleinere Fehler und sind in etwa gleich auf. Stepan Stepanowitch nutzt die vorletzte Wertungsprüfung, um den Zehn-Sekunden-Rückstand in eine hauchdünne Führung von 0,9 Sekunden umzumünzen, doch toto-jr kontert trotz des vermeintlichen mentalen Nachteils und gewinnt die Klasse im Seat Ibiza mit zwei Sekunden Vorsprung auf Stepanowitch, gefolgt von wrcfan1 (beide Peugeot 306).

   Das Gesamtergebnis wird abgerundet durch Reini Graf von Speed, der bereits zu Beginn über zwei Minuten durch einen Reifenschaden verliert und es anschließend gemütlich angehen lassen kann.

 

Von den dreißig gestarteten Fahrern stehen am Ende siebzehn im Parc fermé; zu den prominentesten Ausfällen zählen sicherlich Bucki im Volkswagen Polo WRC und Pechvogel simons51, der erneut zwei Prüfungen vor Schluss ausfällt.

 

 

In der Gesamtwertung liegt Simmoniti mit maximal möglicher Punkteausbeute (140 Punkte) weiterhin vorn, während sich Litermonti mit erneut 35 Punkten auf den zweiten Platz (120 Punkte) vorarbeitet. Dicht dahinter folgen sebbtab (102 Punkte) und trex (100 Punkte).

   Berücksichtigt man jedoch die beiden Streichresultate, liegen Simmoniti, Litermonti und Dannyboy mit jeweils 70 Punkten auf Platz eins.

   Der Historic Cup muss ein etwas schwächeres Nennergebnis verkraften; lediglich sieben Teams starten in dieser Sonderwertung. So ist es kaum verwunderlich, dass Simmoniti, der hier regelmäßig und gut punktet, das Klassement mit 31 Punkten deutlich vor Joker Junior (21 Punkte) anführt.

 


(3) Flotter Dreier

Drei Starts, drei Siege, maximale Punkteausbeute: In diesem Jahr führt kein Weg an Peugeot-Pilot Simmoniti vorbei. Dieses Mal ist das Ergebnis jedoch bei weitem nicht so eindeutig wie bei den ersten beiden Läufen, liegen doch alle Fahrer des Verfolgertrios innerhalb eines Ein-Minuten-Rückstandes.

 

  Nur fünf von sechszehn möglichen Bestzeiten reichen Simmoniti dieses Mal zum Gesamtsieg und zum Sieg in der Klasse der Gruppe B-Allradler. Und doch ist die „fünf“ auch ein Grund zur Freude, dauert die aktuelle Erfolgsserie nun schon fünf Rallyes am Stück an.

  Etwas überraschend wird Dannyboy – bei seinem ersten Start im Rahmen der Internetracer-Liga überhaupt – im privat eingesetzten Polo WRC „best of the rest“; ohne eine einzige Bestzeit zeigt er, dass auch eine fehlerfreie Fahrt zum Erfolg führt. Dies muss Markenkollege Bucki am eigenen Leib erfahren, denn nach anfänglicher Führung setzt er den Polo auf einen Schneewall, den er nur durch die tatkräftige Hilfe einiger Zuschauer mit reichlich Zeitverlust wieder verlassen kann. Am Ende schnappt ihm Joker Junior mit zwei furiosen Bestzeiten – auf den letzten beiden Prüfungen prügelt er den zickigen Delta S4 über die walisischen Schotterwege – den dritten Platz auf dem Podium vor der Nase weg.

  Platz fünf geht an einen weiteren Neueinsteiger. Eric der Heizer steuert einen weiteren Polo WRC zügig auf Klassenplatz drei und lässt Routinier trex (Ford Focus WRC'07) um eineinhalb Minuten hinter sich, für den Platz sechs und mehrere Top3-Zeiten angesichts einer schweren Grippe jedoch mehr als zufriedenstellend sein dürften.

  Hinter dem einzigen 2-Liter-WRC im Feld erreicht Muz im von M-Sport eingesetzten Ford Fiesta WRC den siebten Gesamtrang, mit rund dreißig Sekunden Vorsprung auf wrcfan1, der auf ein WRC aus Wolfsburg vertraut. Platz neun sichert sich dieses Mal jak2755, der sich zwar ab Halbzeit mit einer funktionsuntüchtigen Handbremse herumplagen muss, aber trotzdem Spaß hat.

  Die Top 10 werden mit Litermonti vom schnellsten R4-Fahrer im Feld komplettiert, der lange Zeit im Clinch mit Muz liegt, durch mehrere Fahrfehler auf den letzten drei WPs allerdings über eine Minute verliert. Immerhin kann er den Fiesta-Piloten starhopper777 gute fünfzehn Sekunden hinter sich halten.

 Dahinter läuft auf den Rängen zwölf bis vierzehn ein Lancia Delta-Trio ein, das von ralle711 im Gruppe B-S4 angeführt wird. Walter Röhrl sattelt vom heckgetriebenen 131 Abarth diesmal auf einen der selten gewordenen und ebenfalls ansehnlichen Delta Integrale um, den er sogar zum Klassensieg in der mit sechs Fahrzeugen diesmal stark besetzten Gruppe A scheucht. Auf selbigem Fabrikat erreicht toto-jr auf Platz vierzehn das Ziel und erreicht damit sein Ziel einer Platzierung unter den ersten Fünfzehn, mehr ist angesichts mehrere glimpflich verlaufender Überschläge und Dreher nicht drin.

 Für soundtechnisch beste Unterhaltung sorgt Stepan Stepanowitch, der mit dem Peugeot 306 wieder einmal für wohlige Gänsehaut unter den Zuschauern gesorgt haben dürfte und sich für die erste Ausfahrt mit neuer Lenkeinheit und Verzicht auf Fahrhilfen tapfer schlägt. Cavernous Ennui vertraut diesmal auf einen der bekannt schnellen und technisch unempfindlichen Volkswagen und darf mit Platz 16 zufrieden sein, knapp vor RainerWahnsinn, der den herrlichen 2-Liter-Boxer seines Subaru Impreza GT zündet und damit das markeninterne Duell mit talentfrei gewinnt, der auf den deutlich moderneren Impreza in R4-Spec vertraut. Last but not least erreicht compitech nach einem spannenden Duell mit talentfrei das Ziel als Neunzehnter; die Setup-Test gegen Ende kosten den Mitsubishi-Fahrer einige Sekunden.

 

Der Trend zu erfreulich hohen Starterzahlen hält an; zur mit 113 WP-Kilometern sehr kurzen Rallye erscheinen wieder insgesamt 29 Teams, davon starke elf Nennungen gehen auf das Konto des Historic Cups.

 

 

In der Klassengesamtwertung rangiert Simmoniti weiterhin auf dem ersten Platz; der Vorsprung ist auf mittlerweile komfortable 14 Punkte angewachsen – lässt man die beiden Streichresultate außer Acht! Bucki bleibt weiterhin auf Platz zwei, während sich Litermonti dank voller Klasse auf Rang drei klettert.

 

Der Historic Cup wird einmal mehr zur sicheren Beute von Simmoniti. Auch hier ist er weiterhin führend, auch, weil die Konkurrenz eher unregelmäßig in einem Oldie an den Start geht. Joker Junior folgt als Zweiter, dahinter trex, der dieses Mal im „modernen“ WRC antritt und deshalb keine Punkte einstreicht.

 


(2) Täglich grüßt das Murmeltier

 denn erneut steht der Slowene Simmoniti im bekannt schnellen Peugeot 205 T16 ganz oben auf dem Treppchen, während sich die Konkurrenz reihenweise selbst aus dem Rennen nimmt. Mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf die nächsten Verfolger bauen sie auch die Führung in der Gesamtwertung aus.

 

Insgesamt 31 Fahrzeuge rollen zur ZK der ersten Prüfung „Anodou Farmakas“, angeführt von nicht weniger als sechs Gruppe B-Allradlern und insgesamt 17 World Rally Cars verschiedener Generationen. Die Auftaktbestzeit sichert sich Joker Junior, der mit dem giftigen Lancia Delta S4 regelrecht über die nächtliche Schotterpiste fliegt, ein paar Sekunden schneller als Simmoniti. Der erste Führungswechsel wird zeitnah vollzogen, denn Bucki legt auf der 10,7 km langen Hatz über den Truppenübungsplatz ordentlich vor, trotz Eingewöhnungsschwierigkeiten im Peugeot 205, der deutlich diffiziler zu fahren als das Weltmeister-WRC aus Hannover, doch schon auf WP3 rückt Simmoniti das Bild mit vier Bestzeiten in Folge wieder zurecht.

Die Vorentscheidung fällt bereits auf WP6, als Bucki sich einen Dreher leistet und sich zu allem Übel auch noch einen Reifenschaden einfängt, den er auf der Prüfung wechseln muss, sodass er in der Zeitenliste weit zurückfällt. Von nun an kann es Simmoniti ruhiger angehen lassen, zumal Joker Junior, zu diesem Zeitpunkt drittstärkste Kraft mit gerade einmal 12 Sekunden Rückstand auf Platz eins, auf der selben Prüfung wie Bucki eine Mauer mit dem Heck touchiert, der Lancia sich infolgedessen überschlägt und mit Totalschaden neben der Strecke zum Stehen kommt. Besatzung wohlauf, die Rallye leider gelaufen.

   Am Ende schafft es Bucki mit einer Reihe von Bestzeiten noch auf Rang zwei – mit den eineinhalb Minuten, die er durch den Reifenwechsel verloren hat.

   Unauffällig, aber trotzdem schnell – eine Bestzeit und immer unter den Top 5 - steuert sebbtab den Polo WRC auf Gesamtrang drei und zum Klassensieg bei den 1,6L-WRCs, volle Punkte inklusive.

Hinter dem Spitzentrio klafft eine riesige Lücke von fast fünf Minuten. Als erster von acht von M-Sport eingesetzten Ford Fiesta WRC erreicht RossiFrom666 das Ziel als Gesamtvierter. Lange Zeit sieht es so aus, als müsse er sich mit dem fünften Platz begnügen, doch sechseinhalb Kilometer griechischer Schotter genügen, um sich an wrcfan1 im brachialen Peugeot 205 T16 vorbeizuschieben.

   Einen tollen Einstand darf Muz feiern, der mit dem Fiesta bei seiner Premiere im Rahmen der Internetracer-Liga bestens zurecht kommt und sich über den sechsten Platz freuen darf. Nicht minder schnell bewegt Litermonti den wuchtigen Mitsubishi Lancer, mit dem er den Klassensieg in der R4 einfährt, zwar ohne Konkurrenz, dafür aber mit einer dritten Gesamtzeit auf der durchaus fordernden WP6.

   Einen wahren Husarenritt legt trex hin, der diesmal den Opel Manta in der Garage stehen lässt, dem Antriebskonzept aber trotzdem treu bleibt und den zahlreichen galoppierenden Pferdchen unter der Haube seines Gruppe 4-Fiat 131 Abarth Auslauf gewährt. Der Einsatz zahlt sich aus, denn neben zahlreichen Zuschauerherzen gewinnt er auch die Klasse der 1970s vor Markenkollege „Walter Röhrl“, der Platz 14 im Gesamt notieren lässt.

   Die Top 10 werden komplettiert durch starhopper777 in einem weiteren Ford Fiesta WRC und Stepan Stepanowitch, der erneut zum bildhübschen und soundstarken Peugeot 306 Maxi greift. Die beiden trennen über weite Strecken nur wenige Sekunden, auf der vorletzten Prüfung übernimmt Stepan Stepanowitch im vermeintlich unterlegenen Peugeot sogar die Führung im Duell, doch auf WP16 verliert er dann durch einen Ausritt die Sekunden, die ihn schlussendlich von starhopper777 trennen.

   Auf den Plätzen elf und zwölf laufen zwei weitere Fiesta-Piloten ein. RainerWahnsinn liegt über lange Zeit in den Top 10, fährt bis dato vermutlich seine bisher beste Rallye, doch auf der vierzehnten Prüfung in Wales verliert er im Regen bei Nacht erst die Kontrolle über den Fiesta, dann das Nightface und dadurch letztlich über zweieinhalb Minuten. Ein ähnliches Schicksal ereilt jak2755, der eine Prüfung zuvor ebenfalls ohne Scheinwerfer ins Ziel der Wertungsprüfung schleicht.

   Mit knapp drei Minuten Rückstand auf Markenkollege Stepan Stepanowitch erreicht toto-jr das Ziel als Klassenzweiter in der F2, immer noch mit einigen Punkten für die Meisterschaft bedacht. 

   Auf Platz 15 erreicht Reini Graf von Speed das Ziel im Polo WRC, knapp vor Teamkollege cl_3004.

   Als letzter Teilnehmer in Wertung, aber trotzalledem als Klassensieger bei den 2 Liter-WRC erreicht compitech nach langer Pause das Ziel, zwar mit einigen kleineren Fahrfehlern, aber maximaler Punkteausbeute.

 

Trotz erfreulich hoher Starterzahlen ist die Zahl derer, die das Ziel erreichen, eher gering, die Ausfallquote mit 45% hoch. Der Titel „Pechvogel der Rallye“ wird mit simons51 und ralle711 gleich Teilnehmern zuteil, denn beide scheiden auf der allerletzten Wertungsprüfung in aussichtsreichen Positionen liegend aus.

 

 

Mit dem erneuten Klassensieg und maximaler Punkteausbeute festigt Simmoniti seine Spitzenposition in der Liga-Gesamtwertung, baut seinen Vorsprung auf Bucki und sebbtab mit nun sieben Punkten sogar noch leicht aus. RossiFrom666, trex und Litermonti liegen ebenfalls noch in unmittelbarer Schlagdistanz, wobei das letzte Wörtchen hier noch lange nicht gesprochen ist, könnte dank der beiden Streichresultate theoretisch noch jeder Fahrer das Championat gewinnen.

 

Im Historic Cup, der diesmal mit elf Teilnehmern gut besetzt ist, kann sich Simmoniti mit nunmehr 18 Punkten ebenfalls etwas absetzen, dicht gefolgt von trex (13 P.).

 


(1) Neues Jahr, neue Sieger... oder?

Das, was einige Beobachter schon im Vorfeld der neuen Saison vermutet hatten, ist tatsächlich eingetreten: Aufgrund des Wegfalls einiger durchaus beliebter Ligen erhält die Internetracer-Liga deutlichen Zuwachs. Durch zahlreiche neue Starter werden die Karten in diesem Jahr völlig neu gemischt. Und doch bleibt eine Konstante: Peugeot-Pilot Simmoniti kann sich auch gegen die erstarkte Konkurrenz durchsetzen und feiert einen perfekten Start in die neue Saison.

 

Exakt 5,18 Kilometer misst die diesjährige Auftakt-Wertungsprüfung „Gordolon Courte Montée“ in den französischen Seealpen, das erste Kräftemessen zwischen Alten und Neuen, WRCs und Gruppe B. „Standesgemäß“ setzt Simmoniti im frisch revidierten Peugeot 205 T16 Evo die Bestzeit; die Winterpause ist ihm in keinster Weise anzumerken. Souverän spult der Meister des letzten Jahres die folgenden 119 Kilometer an der Spitze ab, setzt weitere sechs Bestzeiten und gewinnt am Ende mit fast einer Minute Vorsprung.

Der Großkampf der Verfolger, der hinter Simmoniti tobt, zieht bei dieser Rallye beinahe noch mehr in den Bann als der Kampf um den Gesamtsieg. Norbert Maier alias NoMa72 ist auf den ersten beiden Wps „best of the rest“, ehe er vor WP3 die Segel streichen muss. Bucki, wie NoMa72 in einem von insgesamt zehn (!) Polo R WRC unterwegs, springt in die Presche und legt ein nicht minder bemerkenswertes Tempo an den Tag, doch er hat eine unerwartet harte Nuss zu knacken: Neueinsteiger Burn2out kommt mit dem zuweilen als „hässliches Entlein“ verschrienen Lancia Delta S4 schnell in Fahrt; drei Bestzeiten und zahlreiche Top 3-Zeiten untermauern die starke Fahrt des Gruppe B-Piloten. Eine erste Vorentscheidung scheint gefallen, als Bucki auf der siebten WP auf griechischem Schotter knapp 25 Sekunden auf seinen Kontrahenten verliert, sodass auch eine ganze Reihe zweitbester Zeiten nichts am Ergebnis ändert. Erst im Schnee der vorletzten Prüfung findet er jene Sekunden, die ihn in der Endabrechnung vor Burn2out rangieren lassen.

Lediglich drei Sekunden fehlen dem unauffälligen Dritten im Bunde, sebbtab in einem weiteren privat eingesetzten Polo, zum untersten Platz auf dem Podium, eine starke Leistung, zumal auch hier vier Bestzeiten zu Buche stehen.

Mit einer mehr als dreiminütigen Lücke rollt RossiFrom666 über die Zielrampe auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, doch kann er sich seinerseits auf einem komfortablen Zeitpolster gegenüber simons51 im einzigen Ford, der das Ziel erreicht, ausruhen.

Eine hervorragende Leistung zeigt auch trex, der im bärenstarken Opel Manta im Gruppe B-Trimm sichtlich Spaß hat und sich durch den Klassensieg in der B RWD auch wichtige Punkte im Kampf um die Meisterkrone sichert. Dabei behält er auch im beinharten Duell mit Litermonti, der auch bei der Auftaktrallye auf den bewährten Mitsubishi Lancer Evo 10 setzt, die Oberhand, auch wenn der Vorsprung über die gesamte Distanz lediglich einige wenige Sekunden beträgt. Litermonti wiederum darf sich über den Sieg in der Klasse R4 vor RainerWahnsinn freuen, der dieses mal mit einem Subaru Impreza R4 genannt hat, der mit seinem neuen Arbeitsgerät sichtlich Freude hat: „Der Subaru hat sich als sehr robust und wartungsarm erwiesen, immer mit 100% fit gewesen der Gerät ☺. Hat Spaß gemacht!“

Platz neun geht dieses Mal an ralle711, der den Lancia Delta S4 nur mit minimalem Rückstand auf Litermonti ins Ziel bringt. Die Top 10 werden komplettiert durch Seven im Polo R WRC.

Jak2755 liegt mit seinem Polo lange Zeit auf Platz sechs bis sieben, verliert aber durch einen Lenkungsschaden auf den letzten Wertungsprüfungen die ein oder andere Sekunde bis Minute, sodass am Ende Rang elf bleibt, dicht gefolgt von wrcfan1 im Hyundai i20 WRC der ersten Generation.

Mit herzerwärmendem Sound und brachialer Optik kommt das seltene 306 KitCar aus dem Hause Peugeot daher, das Stepan Stepanowitch auf einen guten dreizehnten Rang steuert. In der Gunst der Zuschauer dürfte er deutlich weiter vorn gelandet sein als im Gesamtklassement.

Cl_3004 komplettiert das Endergebnis in einem weiteren Polo WRC.

 

Das Nennergebnis dieser Rallye lässt für die Zukunft hoffen; starke 28 Nennungen wurden abgegeben. Die anspruchsvollen Prüfungen, zu einem großen Teil auf Strecken der zeitgleich stattfindenden Rallye Monte Carlo ausgetragen (auch hier hat mit Ogier im Ford ein alter Bekannter gewonnen – um die Konstante noch ein letztes Mal aufzugreifen), fordern zahlreiche Opfer: Insgesamt 13 Teams bleiben müssen vorzeitig aufladen.
Der Historic-Cup stößt bei dieser ersten Rallye auf eher mäßige Resonanz: Acht der 28 Teams entscheiden sich, in einem Fahrzeug aus der Periode vor 1997 an den Start zu gehen.

 

 

Dadurch, dass die Klassen 2010s und B 4WD voll besetzt sind, regnet es dort auch die meisten Punkte. Mit dem jeweiligen Klassensieg setzen sich damit Simmoniti und Bucki mit je 35 Punkten an die momentane Meisterschaftsspitze, dicht gefolgt von Burn2out und sebbtab mit je 28 Punkten.

 

Im Historic-Cup kann Simmoniti ebenfalls den Sieg für sich verbuchen, sodass er auch hier die Tabelle anführt (8 Punkte). Doch auch hier sind ihm Burn2out und trex, der von der Faktorenregel bei den Historischen profitiert, mit jeweils 6 Punkten dicht auf den Fersen.